Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Russland und China manifestieren ihr Handelsaufkommen untereinander und rücken näher zusammen, begleitet von antiamerikanischen Parolen (“USA sind ein Parasit”, Putin). China ersetzt Deutschland als wichtigsten Handelspartner Russlands. Deutschland schaut zu, traurig drein blickend aufgrund des riesigen russischen Rohstoffreichtums.
Aber nicht ganz! Frau Merkel ist heute (meiner Meinung nach zum aller ersten Mal in Ihrer Amtszeit) zur rechten Zeit am rechten Ort: in der Mongolei. Also genau dazwischen. Übrigens auch wegen Rohstoffen.
Natürlich soll die Mongolei hier nicht als Prellbock dienen. Der Ansatz ist ein ganz anderer. Aus der Wikipedia, Absatz “Bodenschätze”:
“Die Mongolei gilt als eines der zehn rohstoffreichsten Länder der Welt, es ist jedoch momentan nur zu einem Drittel geologisch voll exploriert.”
Darum geht es! Sowohl die Exploration als auch – und das erst recht – die Bodenschätze. Afrika ist verloren für uns, da hat China “gute Vorarbeit” geleistet. Russland gilt als unzuverlässig. Afghanistan ist zu unsicher. Ergo: die Mongolei!
Allerdings gibt es eine tiefe Seelenverwandschaft zwischen der Mongolei und der Türkei. Demzufolge dürften viele Kooperationsverträge davon abhängen, wie sich Deutschland zum EU-Beitritt der Türkei positioniert. Das wird spannend.
In der für Verschwörungstheorien sehr gut empfänglichen deutschen Börsianer-Szene geht momentan hinsichtlich der Euro-Krise ein Gespenst um: Artikel 15 des Grundgesetzes. Dieser Artikel räumt dem Staat das jederzeitige Recht auf Verstaatlichung ein:
„Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt, in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden …“
Artikel 14 Abs. 3 sichert zwar eine angemessene Entschädigung zu. Das Wort “angemessen” ist aber m.E. nicht definiert.
Die aktuellen Theorien leiten sich aus der jederzeit bevorstehenden Insolvenz in Griechenland und ähnlich absehbarer Probleme in Spanien und Portugal ab. Demnach wird bereits jetzt auf eine Zahlungsunfähigkeit Deutschlands ab Herbst gewettet, da es sich an den Finanzmärkten dann kein Geld mehr leihen kann. Diese Überschuldung wird auf die Abermilliarden bezogen, die gegenwärtig in das Pulverfass Griechenland gepumpt werden. Also Geld, das in ein Faß ohne Boden gesteckt wird und in weiten Teilen der Finanzszene allgemein als verloren gilt.
Namhafte Fondsmanager und Beteiligungsgesellschaften gehen derzeit bis zu einem Viertel Ihres verfügbaren Anlagekapitals in griechische Staatsanleihen! Sie wägen sich in der Sicherheit, das die restliche Eurozone, hauptsächlich Deutschland, vollständig die Absicherung übernimmt und Griechenland bis zum Sanktnimmerleinstag stützt, die fälligen Zinsen zu bedienen.
Doch was geschieht dann? Nachdem Steuergeld über diesen Dreieckshandel (BRD -> Griechenland -> private Anleger) hervorragend in Rendite umgewandelt worden ist, fehlt dieser Posten in der Staatskasse. Die gegenwärtigen Verschwörungszenarien schließen einen Staatsbankrott Deutschlands nicht mehr aus und lehnen sich in dessen mutmaßlicher Folge sehr stark an Artikel 15 GG und an die Geschichte, als Roosevelt 1933 den privaten Goldbesitz verbot. Die Rede ist von Verstaatlichung privaten Vermögens.
Weiters wird von Zwangsanleihen gesprochen: die Szene spricht von angeblichen Unterlagen der Bundesregierung, nach denen Bürger mit einem gewissen Barvermögen dazu verpflichten werden könnten, Bundesanleihen zu extremst niedrigem Zins zu zeichnen. Tatsächlich ist der Gedanke nicht ganz abwegig. Der auch nach 20 Jahren nicht abgeschaffte Solidaritätszuschlag genießt in breiten Bevölkerungsschichten den zweifelhaften Ruf einer Zwangsabgabe. Konkret darf aber die Investitionshilfeabgabe genannt werden, die von 1983 bis 1985 in der Bundesrepublik mit 5% auf das Einkommen erhoben wurde. Das Bundesverfassungsgericht erklärte diese “Abgabe” als verfassungswidrig und nichtig, da es vom Wesen her eine Zwangsanleihe darstellte und keine Abgabe.
Letztendlich wird auch eine Währungsreform der Euro-Zone immer heftiger diskutiert. Aber darauf wetten US-amerikanische Fonds bereits seit 2007. Inwiefern die US-amerikanischen Ratingagenturen in diese Wetten verstrickt sind, wird inzwischen global spekuliert. Wir werden in wenigen Jahren schlauer sein.
Sina Trinkwalder, Gründerin der Manomama GmbH, hat heute einen sehr eindrucksvoll-kritischen, ehrlichen und auch unwahrwscheinlich gut punktierten Beitrag über Sinn und Unsinn des Biosprits veröffentlicht. Anhand des früheren landwirtschaftlichen Gewerbes ihres Großvaters veranschaulicht Sie die Umwandlung früheren Getreidelandes in brache Grasflächen zugunsten der Ethanol-Herstellung.
Info von Terra-F: Nicht nur Sojabohnen, vor allem auch heimisches Getreide hat sich innerhalb des Jahres 2010 stark verteuert, nicht zu letzt durch einen Rückgang der Anbauflächen. Der Preis für eine Tonne Weizen zum Beispiel hat sich mehr als verdoppelt. Auch Mais- und Zucker-Futures zeigen stark nach oben, zieht man die Charts der letzten 12 Monate heran. Selbst bei konstanter Nachfrage wirken sich zurückgehende Anbauflächen steigend auf die Preise aus.
Sina Trinkwalder schlussfolgert in Ihrem Artikel, das zugunsten unserer Mobilität die Anbaufläche von Nahrungsmittel verringert wird. Lesen Sie hier Ihren hervorragenden Blog-Eintrag “Egoismus zum Wohle aller”.
Hinweis: Der Autor ist an der Manomama GmbH nicht beteiligt, auch nicht über Dritte.Tags: Agrar, Biosprit, Ethanol, Getreidepreise, Rohstoffe
“Ihre Kreditkarte wurde ausgesetzt, weil wir ein Problem festgestellt, auf Ihrem Konto.”
So lautet die Überschrift dieser neuen Methode, an anderer Leute Geld heranzu kommen. Bereits die schlechte Grammatik der Überschrift sollte jeden Empfänger dieser Email stutzig machen!
Der gesamte Text der Email deutet dann dank gravierender sprachlicher Fehler auf einen sogenannten Phishing-Versuch hin:
Hallo Gast Visa Europe,
Ihre Kreditkarte wurde ausgesetzt, weil wir ein Problem festgestellt, auf Ihrem Konto.
Wir haben zu bestimmen,dass jemand Ihre Karte ohne Ihre Erlaubnis verwendet haben. Für Ihren Schutz haben wir Ihre Kreditkarte aufgehangen. Um diese Suspension aufzuheben Klicken Sie hier und folgen Sie den Staat zur Aktualisierung der Informationen in Ihrer Kreditkarte.
Vermerk: Wenn diese nicht vollständig ist , werden wir gezwungen sein, Ihre Karte aussetzen
Wir bedanken uns fur Ihre Zusammenarbeit in dieser Angelegenheit.
Dossier n : PP-1124-075-998
Danke,
Kunden-Support-Service.
Süß gelle? Ich stelle mir jedesmal die Frage, ob diese Leute Ihre Opfer für so dumm halten. Aber gut, würde es keinen Erfolg bringen, täten Sie dergleichen nicht.
Die Email gaukelt die Absender-Adresse service@verifiedbyvisa.com vor. Tatsächlich lautet die Absender-Adresse “sales@support.com”. Der Whois-Eintrag von support.com verweisst auf eine kalifornische Firma in Redwood City namens Support.com Inc.
An dieser Stelle ist noch unklar, ob die Firma tatsächlicher Absender der Email oder lediglich nur gehacktes Opfer ist. Ein Blick in den normalerweise nicht sichtbaren Email-Header verweisst auf einen irländischen Internetprovider eircom.net, über den die Mail versandt wurde. Versendet wurde Sie über den Server avas02.vendorsvc.cra.dublin.eircom.net und passierte auch noch einen Mail-Server namens mail26.svc.cra.dublin.eircom.net, beide befinden sich innerhalb des Netzwerks dieses irischen Internetproviders. Eventuell hat jemand bei diesem Provider eine Homepage erstellt, die für diesen Zweck gekiddnappt wurde.
Wie dem auch sei. Es bleibt zu hoffen, das alle Empfänger dieser Email NICHT darauf eingehen, und vor allem auch NICHT auf den Link klicken, der in dieser Email enthalten ist. Dann sollte das alles kein Problem darstellen.
Update: ich habe soeben den Provider darüber informiert. Als ich das Kontaktformular für sog. “Abuse-Fälle” gesehen habe, viel mir direkt auf, das ich da erst kürzlich einen weiteren Report erstellt hatte. Möglicherweise hat der Provider ein Problem mit schlecht gewarteten Servern.
Tags: Betrug, Kreditkarte, Phishing, Visa
Diese Seite beschreibt ausführlich, wie T-Online die mobil surfenden UMTS-Kunden anscheinend doppelt berechnet, zumindest bzgl. der Übertragungsrate. Worum geht es?
Bei jedem Seitenaufruf, zum Beispiel von Ihrer Tageszeitung, werden jedesmal Daten erneut übertragen, die normalerweise – wenn Sie z.B. über DSL ins Internet gehen – nur beim ersten Seitenaufruf übertragen werden würden, um Bandbreite zu sparen. Während DSL-Kunden von moderner Internet-Browser-Technologie wie das Zwischenspeichern von Formatierungs-Anweisungen profitieren, so müssen sich UMTS-Kunden damit begnügen, derartige Information bei jedem Folge-Seiten-Aufruf übertragen zu bekommen, auf ihre Kosten!
Der oben genannte Artikel beschreibt die Technik sehr detailliert, aber eben auch sehr technisch. Terra-F wird über diese Thematik künftig weiter berichten.
Leider gibt es da draußen viel zu viel Online-Portale, die Ihre Nutzer dazu verlocken, sich mit Username und Passwort einzuloggen, ohne auch nur geringste Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten. Unter anderem werden die Passwörter der Nutzer im Klartext, also unverschlüsselt gespeichert. Schlägt der böse Hacker dann irgendwann einmal zu, darf man froh sein, wenn man überhaupt darüber informiert wird.
Hierzu gehört nun mal auch die Rheinische Post! Zumal wichtige Fragen einfach totgeschwiegen werden! So, liebe Vertreter der Rheinischen Post, sollte mit der Internet-Gemeinde nicht umgegangen werden.
Was ist passiert?
Am Freitag, dem 12. Nobember 2010, erhielten vermutlich alle registrierten Nutzer der Rheinischen Post folgende eMail:
Sehr geehrte Nutzer von RP ONLINE,
leider müssen wir davon ausgehen, dass es einen unerlaubten externen Zugriff auf die Nutzerdatenbank von RP ONLINE gab. Nach unseren Erkenntnissen zielte der Angriff auf E-Mail-Adressen, Nutzernamen und das Passwort bei RP ONLINE. Kontodaten und Bankverbindungen sind in dieser Datenbank nicht gespeichert.
Im Interesse Ihrer eigenen Sicherheit empfehlen wir Ihnen deshalb, ihr Passwort für die Anmeldung bei RP ONLINE zu ändern. Die Möglichkeit zur Änderung des Passwortes bietet sich nach der Anmeldung in der senkrechten Navigation im Menu „Mein Profil“.
Falls Sie das bei RP ONLINE benutzte Passwort auch für andere Internetseiten verwenden, empfehlen wir Ihnen aus Sicherheitsgründen auch an diesen Stellen ihr Passwort zu ändern. Grundsätzlich sollten Sie Ihre Passwörter regelmäßig verändern und für verschiedene Anwendungen auch verschiedene Passwörter zu verwenden.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern unter der Adresse: feedback@rp-online.de zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
RP ONLINE
Das erschütternde an dieser Email liegt in meinen Augen in dem Aufruf, das “ein bei der RP verwendetes Passwort, das eventuell auch anderweitig verändert wird, über all zu ändern ist”. Somit stellte sich mir folgende Frage: wurden die Passwörter etwa im Klartext gespeichert?
Seit 1995 oder so sollte allgemein bekannt sein, das Passwörter NICHT im Klartext gespeichert werden, sondern verschlüsselt, bzw. mit einem Hash versehen werden wie MD5, SHA256 oder artverwandt. Bereits seit Jahren geht man sogar noch einen Schritt weiter, und verwendet weitere ausgefuchste Algorithmen, um ein Passwort zu verschlüsseln (Stichworte “Salt”, “HMAC” etc.). Aber das ist ein anderes Thema.
Somit bedankte ich mich bei der Rheinischen Post für die Information über das Sicherheitsleck und fragte, ob denn die Passwörter unverschlüsselt, also im Klartext gespeichert wurden. Zusätzlich erwähnte ich, das die Antwort für mich und sicherlich auch andere sehr wichtig wäre.
Bis heute, den 15.11.2001 um 23.00 Uhr blieb die Zeitung mir eine Antwort schuldig. Dabei habe ich mich an die ausdrücklich für Nachfragen bereitgestellte Email-Adresse gewendet: feedback@rp-online.de.
Mein Kumpel Heiko hat einem Mitarbeiter der Zeitung die gleiche Frage gestellt, während eines Email-Dialogs über einen eingeschleusten Virus auf der Website (siehe weiter unten). Auch dieser wollte oder durfte diese Frage bis heute nicht beantworten.
Was sagt mir das? Dieses Schweigen sagt mir: “JA, wir haben die Passwörter im Klartext gespeichert. Und die Hacker haben Zugriff auf diese Passwörter erlangt.”
Es sagt mir vor allem aber auch: “Wir trauen uns nicht, diesen Fauxpass zuzugeben. Es ist uns peinlich.”
Diese Schweige-Mentalität, dieses sogenannte “ausmerkeln”, dürfte in der Internet-Generation nicht sonderlich gut ankommen. Abgesehen davon ist es in meinen Augen ein absolut unverantwortliches Verhalten.
Ein fetter Virus
Es ging ja noch weiter. Um die Datenbank auszuspionieren bedarf es diverser Techniken. Möglicherweise hat Kumpel Heiko am Sonntag, den 14.11.2010, dieses Sicherheitsloch ausfindig gemacht.
Eine professionelle IT-Abteilung hätte umgehend nach den Ursachen geforscht, warum die Benutzerdaten überhaupt ausspioniert werden konnten. Eine solche Abteilung hätte auch die Webseite als solche untersucht, ob dort Malware zum Einsatz kommt, sprich: ob die eigene Webseite als Virenschleuder fungiert.
Die Internet-Seiten der Rheinischen Post schleuderten einen Virus aus, der allerdings nur auf Windows-Rechnern Schaden anrichten kann. Daraufhin versucht er, mit der RP Kontakt aufzunehmen. Es war kein einfaches Unterfangen! Auf den Webseiten stellt die Zeitung keinen Ansprechpartner für solche Fälle bereit. Außerdem war Wochenende. Gleichermassen twitterte ich den Umstand, und setzte die RP via “@rponline” und “@rp-live” quasi ins CC.
Tatsächlich wird dieser Channel von der RP “überwacht”, weshalb ich recht schnell eine Nachfrage erhielt, wie die Warnmeldung des Antivirus-Programmes denn aussehen würde.
Unterdessen konnte Heiko einen Kontakt herstellen zu einem gewissen Herrn Blohm, und diesem den gesamten Quellcode des Virus senden. Auch diesem Herrn Blohm stellte er die Frage, ob die Passwörter im Klartext gespeichert wurden. Schweigen.
Der Virus
Mir liegt dank Heiko der vollständige Quellcode des Virus vor, und wie er in die Seiten der Rheinischen Post eingebettet wurde. Um nicht in juristische Fallen zu stolpern, werde ich diesen Code hier nicht veröffentlichen, zumal er Backlinks zu Websites enthält, die mit ziemlicher Sicherheit krimineller Natur sind. Ich habe mir nicht mal als Linux-User getraut, diese Seiten anzusurfen.
Insofern eine anständige Redaktion über diesen Fall berichten möchte, so liefere ich den Code gerne per Mail aus.
Tags: Malware, Passwörter, Sicherheit, Virus
Leider greifen doch immer wieder vor allem kleinere Software-Hersteller zu dem pay-and-forget-Prinzip: unbefristet verkaufte Software-Lizenzen werden automatisch dadurch wertlos, da Updates auf neue Versionen eine neue Lizenz benötigen. Eine neue Lizenz, die natürlich noch einmal neu erworben – sprich bezahlt – werden muß.
Berühmtester Kandidat der 2000er Jahre war der moldawische Software-Hersteller RitLabs mit seinem Email-Programm “TheBat!”. Die Software als solche war (oder ist?) ein ausgezeichneter Mail-Client unter Windows, der sowohl Microsoft Outlook als auch Thunderbird und Co. weit hinter sich liess (läßt?), und weltweit eine riesige Fan-Gemeinde besaß. Eine Fangemeinde, die so stark Fan war, das sie bis zu 80 kanadischer Dollar pro Lizenz bezahlte! Richtig, TheBat war ein eMail-Programm, das richtig viel Geld kostete, selbst in der Lizenz für private Nutzung.
Irgendwann veröffentlichte Ritlabs die Version 3.0 von “The Bat!”. Allerdings nicht für gültige Lizenz-Inhaber der 2er Versionen. Für das Software-Update mußte eine völllig neue Lizenz erworben werden, zu einem nicht minderen Preis als die Ursprungsversion. Schlecht für denjenigen, der erst 3 Monate vorher die alte Version kaufte und nun für die neue Version erneut zur Kasse gebeten wird. Ein Aufschrei ging durch die Fangemeinde. Einige blieben, andere wechselten, z.b. zu Thunderbird, welches damals noch in den Kinderschuhen steckte, daraus aber auch nie einen Hehl machte.
Das gleiche habe ich kürzlich mit dem BucketExplorer erlebt. Der BucketExplorer ist eine Software, die eine Oberfläche bereitstellt, um Amazons Online-Speichertechnik (“Amazon S3″ -> Amazon Simple Storage Service) recht bequem erreichen zu können. Die einfache Lizenz selbst für den privaten Home-End-User kostet 69.99 US-Dollar. Dumm nur, das für das letzte Update erneut zur Kasse gebeten wird! Auf Anfrage, warum gültige Lizenzen ohne Vorankündigung keine Berechtigung auf das Update besitzen, erhielt ich KEINE Antwort seitens des Herstellers!
Es ist nicht nur eine absolute Frechtheit, sondern wird für mich nicht ohne Konsequenzen bleiben. Solche Fälle ärgern mich ganz gewaltig! Zum einen Mangels Transparenz dem Kunden gegenüber. Viel mehr aber ärgert mich diese Willkür: wir verkaufen einen Kamin. Wer diesen Kamin aber 2 Jahre später weiter verwenden möchte, benötigt einen Materialaustausch. Und der Materialaustausch kostet fast genausoviel wie ein neuer Kamin. Allerdings passt kein neuer Kamin dort hinein…. Sicher, das preisliche Volumen lässt sich nicht vergleichen. Aber mir geht es ums Prinzip! Vor allem aus der Sicht eines Software-Entwicklers UND aus der Sicht eines Software-Kunden.
Mir persönlich geht es dabei gar nicht um die 50 Euro mehr oder weniger pro Jahr, sondern eher um diese verschleierte Taktik. Anstatt direkt darauf hinzuweisen, das der Lizenznehmer eine Lizenz erwirbt, die möglicherweise in 48 Stunden obsolet ist und erneuert werden muss, lassen beide Hersteller ihre Kunden in dem Glauben, eine lebenslange Lizenz zu kaufen. Klar, die Lizenz mag auch lebenslang gültig sein. Dumm nur, das die Programme selbst nach Updates schreien und – wie beim BucketExplorer – ohne Aktualisierung ihre Dienste verweigern!
Meine persönliche Konsequenz sieht so aus, das ich derartige Firmen nicht weiter supporten werden und die Lizenzen nicht erneuern werde. Darüber hinaus ist mir nicht zuletzt durch das letzte erlebte Beispiel mit dem BucketExplorer die Lust an kommerzieller Software für den Privatgebrauch komplett vergangen.
Diesen Gedanken möchte ich etwas ausführlicher betrachtet wissen: ich verdiene zwar mein Geld mit Software-Entwicklung und damit, das Leute für diese Software bzw. für eine Dienstleistung bezahlen. Aber es handelt sich um gewerbliche Software! Hier werden ganz andere Verträge ausgehandelt zwischen Kunde und Dienstleister und der Kunde als solcher verfügt über ein ganz anderes Gewicht!
Privat lebe und arbeite ich seit Jahren auf Linux-Rechnern bzw. Notebooks und verfüge über allerhand Software, ohne jemals in eine solche Lizenzfalle geraten zu sein - mit Ausnahme der oben beschriebenen Fälle! Da im OpenSource-Umfeld oftmals dual lizensiert wird – sprich: private Nutzung kostenlos, gewerbliche Nutzung kostet was – kann ich mich als privater Endnutzer hervorragend durch ein riesiges Areal von Programmen wühlen und finde auch für alles etwas. The Bat! als MailClient brauche ich lange nicht mehr dank Thunderbird. Und für BucketExplorer gibt es inzwischen auch recht gute Alternativen unter Linux, ohne ablaufende teure Lizenzen wie beim BucketExplorer.
Was ich tatsächlich Schade finde, ist die Tatsache, das solche Erfahrungen zumindest solche Leute wie mich geradezu entmutigen, erneute Experimente einzugehen, anderer Firmen Programme kostenpflichtig zu lizensieren! Man weiss schließlich nicht mehr, ob die Lizenz auch in einem halben Jahr für eine Software-Aktualisierung noch gültig ist oder ob erneut Scheine auf den Tresen gepackt werden müssen.
Tags: Betrug, BucketExplorer, Linux, Lizenz, OpenSource, TheBat
Seit Tagen versuche ich, für den Dezember eine Reise zu planen, die eigentlich mit der Deutschen Bahn stattfinden sollte. Dies ist aber im Oktober nicht möglich! Nada! Niente!
Wer sich online nach der gewünschten Verbindung umschaut, bekommt folgende Fehlermeldung angezeigt. Und wer dann die kostenpflichtige Buchungs-Hotline anruft, bekommt die Fehlermeldung noch einmal vorgelesen.
Den Grund erfuhr ich dann auf Nachfrage an der Hotline: der Winterplan steht erst ab 2. November fest!
Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: der Winter-Fahrplan der Deutschen Bahn wird erst am 2. November bekannt gegeben. Weihnachtliche Reisen können also noch gar nicht geplant werden.
Während man bereits jetzt entsprechend die Unterkunft anmieten möchte, kann sich die Bahn nicht festlegen.
Gerade bei abstrusen Reisezielen wie JWD (“janz weit draussen”), kann es einen erheblichen Unterschied machen, ob man das Hotel ab Samstag, ab Sonntag oder besser erst ab Montag bucht. An manchen Tagen steigt man nur 2x um, an anderen Tagen 5x. Und man ist dabei auch noch insgesamt viel länger unterwegs. Dies haben meine Recherchen mit dem aktuellen Fahrplan für mein Reiseziel ergeben.
Darüber hinaus dürfte es z.Bsp. bei einer vier-köpfigen Familie einen sehr deutlichen Unterschied machen, ob man den regulären Preis von 256 Euro (kein Witz) pro Person zahlt, oder die Chance hat, auf ein Angebot von 49 Euro pro Person zuzugreifen.
Halten wir das Faktum noch einmal fest:
Wer im November oder Dezember diesen Jahres verreisen möchte, kann die Bahnfahrt erst ab 2. November buchen, und schießt mit einer bereits jetzt zu erfolgenden Hotelbuchung erst einmal ins Blaue!
Die Begründung klingt wie schon-mal-gegessen und unterscheidet sich nur wenig von der Entschuldigung der Telekom-Unternehmen wie T-Online oder 1&1: die Anderen sind schuld! Die Dame am Telefon erklärte mir tatsächlich, das die ganzen anderen privaten Unternehmen, die das Schienennetz für eigene Zwecke gebrauchen, vorher nicht aus die Pötte kommen. GEHT GAR NICHT! Der Schienenteil unseres staatlichen Transportwesens dieses Landes ist ja auch so unendlich weit liberalisiert…. wie die Post….! Es sei denn, dort ist von regionalen Bahngesellschaften die Rede. Dann sollte da mal die Muttergesellschaft auf den Putz hauen und erklären, wer der Herr über das Schienennetz ist!
Ganz ehrlich: als IT-Mensch sind mir die einen oder anderen organisatorischen Probleme großer Unternehmen durchaus bekannt geworden. Für eine Vielzahl solcher Probleme kann ich ad hoc eine große Portion Verständnis aufbringen. Aber hier fällt es mir sehr schwer. Mir ist absolut bewußt, was für ein gewaltiger Aufwand die Organisation einer solchen Infrastruktur sein muß. Aber ein Unternehmen, das als Quasi-Monopolist (Oligopol trifft m.M.n. noch nicht zu) im Markt auftritt, und noch dazu seit vielen Jahrzehnten am Markt operiert, sollte hier – gerade auch auf Hinblick der Weihnachtszeit und der Winterferien – deutlich mehr Erfahrungen vorweisen können, die ein besseres Geschick bei der Planbarkeit ermöglichen.
Tags: Bahn, DB, Fahrplan, Monopolist, Zug

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