Der Kapitalismus als solcher liebt einen ganz besonderen Zustand seiner Bürger: wenn wir soviel von unserem Einkommen regelmässig ausgeben, das wir gerade noch am Leben bleiben, mag er uns am liebsten. Banken sehen uns gerne mit hohen Krediten, die wir gerade noch so bedienen können, ohne dabei zu verhungern. Kreditausfälle, also Kredite, die von den Schuldnern nicht mehr bedient werden, haben jüngst eine Finanzkrise ausbrechen lassen. Daher ist der Kredit vorteilhaft für den Gläubiger, also die Bank, wenn der Schuldner soviel abgibt, das es sich lohnt, aber auch nur so viel, das es noch für Miete und Nahrungsmittel reicht.
Hierbei ist allerdings nicht der Kapitalismus als solcher Schuld, auch nicht seine Protagonisten, die Aktionäre, Vorstände, Geschäftemacher und Banken und sonstwer, sondern ganz allein wir selbst.
Dabei gibt es sehr einfache Regeln, um eine solche Misslage von vornherein zu unterbinden. Anschließend möchte ich einige Beispiele bringen, die in unserer Gesellschaft anscheinend sehr häufig vorkommen und teilweise zu hoher Verschuldung, mindestens aber zu hohem finanziellem und psychischen Ärger führen.
Das Geheimnis von Wohlstand ist wie folgt definiert: Verbindlichkeiten reduzieren, Forderungen maximieren. In klarer Sprache bedeutet dies nichts weiter, als das das Einkommen maximiert, und die Ausgaben minimiert werden. Eigentlich eine ganz normale Sache, gäbe es da nicht die eine oder andere Falle, in die die Menschen gerne geraten.
Vermeiden Sie Finanzkäufe
Wenn Ihnen der Flachbildschirm zu teuer ist, um ihn direkt in Bar zu bezahlen, dann heisst das nichts anderes, als das Sie ihn sich gegenwärtig nicht leisten können. Das größte Verbrechen an den Verbrauchern der Neuzeit war und ist der Finanzkauf – der Kauf auf Raten. Zunächst sucht der Verbraucher nach dem günstigsten Anbieter, ggf. auch nach dem günstigsten Produkt. Hinterher aber zahlt er drauf – in Form von Zinsen. Dabei beachtet er meistens nicht, das das Gerät – schließlich wurde ein Schnäppchen gekauft – meist noch vor Ablauf des Kredites erneuert werden muss (oder zumindest erneuert werden *will*).
Anstatt 100 Euro jeden Monat für das neue iBook oder den neuen Flachbildschirm zu entrichten, von dem ein nicht ganz unerheblicher Teil aus Zinsen besteht, ist es definitiv sinnvoller, das Geld auf ein Sparkonto bzw. ein Tagesgeldkonto zu legen, mit 2.5% oder mehr verzinst, und nach Erreichen der gesamten Kaufsumme das Gerät zu kaufen.
Ihre Vorteile liegen auf der Hand: Sie zahlen weniger für das gleiche Gerät, da Sie Zinsen sparen. Anstatt Zinsen zu entrichten, erhalten Sie Zinsen. Somit ist das Gerät in einem deutlich kürzeren Zeitraum ersparrt, als es abbezahlt ist. Gut. Sie müssen warten und können den Luxus nicht sofort genießen. Dafür dürfte die Technik bis zum Kaufzeitpunkt die eine oder andere Verbesserung erhalten haben, oder gar günstiger sein. Mindestens aber sparen Sie sich alle Probleme einer neu eingeführten Technik, da diese bis zu dem Zeitpunkt des Erwerbs durch Sie bekannt und ggf. behoben sind.
Einziger Ausnahmepunkt: sehr teure Anschaffungen wie Autos oder Immobilien. Gerade bei Immobilien kann es Sinn machen, auf Kredit zu kaufen. Je nach Zinslage, erwarteter Inflation etc. kann dies Ihre Ausgaben aufgrund von Steuerersparnis oder Inflation senken. Dies sollte aber in jeder Hinsicht von einem unabhängigen Berater überprüft werden. Darüberhinaus erhöht sich der Nutzen einer solchen Investition auf Kredit durch das Volumen und hängt in bestimmten Fällen stark vom eingesetzten Eigenkapital ab.
Diese Reihe wird künftig fortgesetzt
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