Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Russland und China manifestieren ihr Handelsaufkommen untereinander und rücken näher zusammen, begleitet von antiamerikanischen Parolen (“USA sind ein Parasit”, Putin). China ersetzt Deutschland als wichtigsten Handelspartner Russlands. Deutschland schaut zu, traurig drein blickend aufgrund des riesigen russischen Rohstoffreichtums.
Aber nicht ganz! Frau Merkel ist heute (meiner Meinung nach zum aller ersten Mal in Ihrer Amtszeit) zur rechten Zeit am rechten Ort: in der Mongolei. Also genau dazwischen. Übrigens auch wegen Rohstoffen.
Natürlich soll die Mongolei hier nicht als Prellbock dienen. Der Ansatz ist ein ganz anderer. Aus der Wikipedia, Absatz “Bodenschätze”:
“Die Mongolei gilt als eines der zehn rohstoffreichsten Länder der Welt, es ist jedoch momentan nur zu einem Drittel geologisch voll exploriert.”
Darum geht es! Sowohl die Exploration als auch – und das erst recht – die Bodenschätze. Afrika ist verloren für uns, da hat China “gute Vorarbeit” geleistet. Russland gilt als unzuverlässig. Afghanistan ist zu unsicher. Ergo: die Mongolei!
Allerdings gibt es eine tiefe Seelenverwandschaft zwischen der Mongolei und der Türkei. Demzufolge dürften viele Kooperationsverträge davon abhängen, wie sich Deutschland zum EU-Beitritt der Türkei positioniert. Das wird spannend.