Da lässt sich die westliche Welt voller Sorge über Jahre hinweg vom Iran und dessen Atomprogramme ablenken, und verpasst Chinas Aufstieg zur Uran-Großmacht.
Inzwischen gehen bereits 25% der Uran-Kontrakte an China (Quelle: Cameco, kanadischer Minenbetreiber). Tendenz vorerst garantiert nicht fallend. China baut derzeit 13 Atomkraftwerke, diese wollen schließlich unterhalten werden.
Was man ansonsten noch so mit dem Rohstoff Uran anstellen kann…. über den Iran wird ja viel spekuliert. Ich persönlich frage mich stattdessen immer, wie Nordkorea an sein Uran wohl herankommt. Tja… wer weiß?
Normalerweise preschen in Zeiten wie diesen geradezu wöchentlich einzelne Untergrundpolitiker wie Frau von der Leyen oder Sachsen-Anhalts Justizministerin Andrea Kolb mit dubiosen, meist von Lobbyisten gegründeten, Verbots-Ideen vor. Mal soll das Internet verboten werden, mal die Meinungsfreiheit, dann das Baden an diversen Seen, dann Alkoholkonsum, dann Glühbirnen, dann das Fällen von Bäumen auf Grundstücken(!), dann das Rauchen, und dann doch wieder nicht. Jetzt will ich auch mal ein Verbot fordern: das Verbot der Wahlplakate!
Wahlkampf besteht aus drei Phasen: in der ersten Phase kommen (finanzielle) Geschenke der aktuellen Regierung an eine große Bevölkerungsgruppe. Aktuell war das mit der Rentenerhöhung der Fall. In der zweiten Phase werden Städte, Wiesen und Wälder mit stumpfsinnigen Wahlplakaten de-dekoriert. Die letzte Phase besteht aus Verbalschlachten der Streithähne im TV.
Meiner Meinung nach gehören alle 3 Phasen abgeschafft. Phase I entbehrt meist nicht nur jedweder Grundlage, sondern verbrennt vor allem unnötig Geld. Phase III entspringt einer US-amerikanischen Philosophie des Persönlichkeits-Vertriebs eines künftigen Kanzlers, welche besagt, das der bessere Quasselkopf gewinnt. Das diese mechanischen Positiv- & Verkauf-Dich-gut-Lebensphilosophien der US-Amerikaner nicht immer erfolgsgekrönt sind, sondern tatsächlich in eine Krise führen können, wurde jüngst von knapp 7 Milliarden Zeugen beigewohnt.
Kommen wir zur Phase II: die Plakate. Den einzigen Vorteil dieser Naturverunstaltungen erkenne ich in einer temporären Auslastungserhöhung der Druck- und Papierindustrie.
Stattdessen vertrete ich vollständig die Überzeugung, das die Plakate nicht nur unnötig sind, sondern das Wahlergebnis verzerren. Meine These läßt sich wie folgt begründen: diejenigen der Wählerinnen und Wähler, welche sich aktiv mit der Politik auseinandersetzen, haben Ihre Entscheidung weitgehend getroffen. Als Entscheidungshilfen dienen hierbei Wahlprogramme, Persönlichkeiten und das übliche politische Tagesgeschäft der Parteienlandschaft. Hier werden Fragen beantwortet wie Welche Partei gefiel mir in der letzten Legislaturperiode besonders gut? Von welcher Partei verspreche ich mir aufgrund meiner gegenwärtigen ideologischen oder wirtschaftlichen Situation die größten Vorteile? Welche Partei vertritt meine eigenen Interessen oder die meiner Familie besonders gut?
Die oben skizzierte – inhaltsorientierte – Bevölkerungsschicht braucht also keine Wahlplakate. Zum Zeitpunkt des Aufstellens des ersten Plakats haben Sie ihre Entscheidungen getroffen. Übrig bleiben Politik-Verdrossene, BILD-Leser, RTL-Zuschauer und die Leute mit der Denkweise “die machen da oben doch eh alle was sie wollen”.
Gerade diese – in meinen Augen hinsichtlich einer Wahl sehr gefährliche – Bevölkerungsgruppe bildet sich Ihre Meinung besonders aufgrund der Inhalte eines Wahlplakats. Aber welche Inhalte bietet ein Wahlplakat? Keine! Die Fläche eines Plakats ist nicht gerade dazu geeignet, ein Wahlprogramm auch nur ansatzweise zu skizzieren. Wahlplakate sollen aus 10 Meter Entfernung lesbar sein. Was passt also inhaltlich drauf? Nichts außer blanker Polemismus. Dieser Polemismus verschandelt nicht nur die Natur, sondern auch das Wählerverhalten.
Aus einem Wahlprogramm, das ansonsten aufgrund seines Umfangs innerhalb einer Mittagspause nur schwerlich vollständig verdaut werden kann, werden im BILD-Zeitungs-Niveau 7 Wörter herausgegriffen, mit 3 Ausführungszeichen versehen und mit 10 Zentimeter hohen Lettern an die Talkshow- und katastrophensendungenverwöhnten Sinnesorgane einer Bevölkerungsschicht gesendet, die schon mit dem Dreisatz überfordert ist.
Damit – bzw. so – wird Politik gemacht. Kein Wunder, das wir seit 12 Jahren (u.a.) von einer Partei regiert werden, deren Umfragewerte unter 25% liegen. Mal schauen, wessen Polemik diesmal siegt.
Schafft die Wahlplakate endlich ab!
Tags: Politik, Wahl, Wahlplakat, Wahlprogramm
Versteht einer, was Seehofer treibt? Was in seiner Psyche vorgeht? Ob da überhaupt noch etwas vorgeht?
Allmählich wird es Zeit, diesem alternden Greis ein Maulkorb zu verpassen. Warum schädigt man sein eigenes Lager so eindeutig vor der Wahl?
Wem die Inhalte fehlen, der übt Polemik und stichelt auf unterem, persönlichem Niveau. Nur die Kandidaten passen nicht. Anstatt den Oberclown der Linken – Lafontaine – zu piesacken, richtet sich Horst Schlemmer pardon Seehofer gegen den Verbündeten des eigenen Lagers, die FDP.
Warum nur? Die ganze Republik rätselt über seine Strategie. Sollte es tatsächlich eine geben, bleibt nur eine Variante übrig: die CSU koaliert mit SPD und Linke. Zugegebener Massen schwer vorstellbar.
Seehofer, CSU… Wer oder was ist das überhaupt? Damals, zur “guten alten Stoiber-Zeit”, da hatte die CSU ein Gesicht. Nicht besonders sexy, alles andere als elegant und modern, eher so wie die Persil-Werbung (oder war das der Weisse Riese?), wenn die Pfadfinderjugend den Wiesenhang herunterläuft und unten kilometerlange weisswäschebehangene Leinen gespannt sind und sich alle freuen…
Aber jetzt? Pauli fängt viel Neues an und bringt nichts zu Ende. Seehofer hört schon auf, bevor er etwas anfängt…
Seehofer! Wenn du dieses Land vor dem Marxismus retten willst, dann halte endlich deinen unüberlegten Mund. Es sei denn, du willst es nicht anders…
Meine Lieblingsprivatbank kommt aus den Schlagzeilen nicht mehr heraus: Sal Oppenheim. Deutschlands bekannteste Privatbank war bereits mehrmals Thema dieses Blogs. Langsam dreht sich dort der Wind. Während an der Wall Street wieder allseits die Sektkorken knallen, bekommt Sal Oppenheim leichte Risse. Nicht nur diese riesige Kapitalvernichtung namens ARCANDOR wird dem betuchten Geldhaus zum Verhängnis, sondern anscheinend auch andere Geschäfte.
Es ist äußerst bemerkenswert, das die Oppenheimer erst jetzt – quasi am Ende des Tunnels – den Riechkolben schweratmender Weise in die Lüfte schwingen müssen. Ackermann sicherte einen Schnell-Kredit in Höhe von 300 Millionen Euro zu. Darüberhinaus soll eine längere und auch umfangreichere Beteiligung an der Privatbank im Gespräch sein. Darüberhinaus holt man sich gerade italienische Finanzinvestoren an Board.
Nee, Leute. So nicht! Euer erhabener Charme ist damit zu Ende! Jeder Fremde, der bei euch einsteigt, will mitreden. Sal Oppenheim ist für mich tot.
Tags: Ackermann, Arcandor, Privatbank, Sal Oppenheim, Wall Street
Manchmal erinnern mich die großen Major-Labels wie Sony, BMG und Co. an alte, konservative, ausgediente Opas, die auf der Parkbank sitzen, Doornkat trinken und über Ihre Einsätze im 2. Weltkrieg reden. Pauschal gesagt haben sie sich seit der Entwicklung der Audio-CD um 1980 herum nicht mehr weiter entwickelt.
Nachdem die Plattenfirmen den Megatrend MP3 hoffnungslos verschlafen haben (Mp3 wurde 1982 vom Frauenhofer Institut entwickelt, 1992 standardisiert) und mittlerweile seit 10 Jahren über Umsatzeinbussen klagen dank Mp3 und CD-Brenner (ihrer Auffassung nach), scheinen sich erste Regungen hinsichtlich der Modernität zu zeigen: ein neues digitales Vertriebs-Format namens CMX soll entwickelt werden. Sie lernen einfach nicht dazu. Ob damit das große Musikindustrie-Sterben ein Ende hat?
Apple machte es mit iTunes vor, das man auch mit Musik Geld verdienen kann, ohne den Käufern gleich ein ganzes Album in gepresster CD-Form auf die Ohren zu drücken, indem den Kunden eine freie Auswahl aller Stücke eines Albums zum Download gegen Entgeld zur Verfügung gestellt wird. Da die Songs allerdings nicht auf jedem Rechner abspielbar waren, sondern aufgrund des Einsatzes von Digitalem Rechte-Management (kurz: DRM) nur begrenzt auf zusätzlich angeschafften PC’s bzw. Notebooks eingesetzt werden konnten, und zudem eine spezielle Software benötigt wird, die nicht für alle Betriebssysteme zur Verfügung steht, konnten anfangs nicht die Traumumsätze erzielt werden.
Dennoch wehrten sich die Plattenfirmen mit Händen und Füßen gegen die Praktik Apples, obwohl sie pro Download ebenfalls an den Titeln mitverdienten.
Amazon zeigte es dann allen schließlich richtig: Alben und Singles wurden bzw. werden immer noch eifrig digitalisiert und rein als MP3-Datei ganz ohne Digital Rights Management dem Kunden angeboten. Das kundenfreundliche daran ist: auch dann, wenn der Windows-PC neu installiert wird (schließlich ist Langlebigkeit bekanntermassen nicht gerade der Schwerpunkt von Microsoft Windows), können die vor Jahren erworbenen MP3-Dateien abgespielt werden. Und zwar auf jedem Mp3-Player, auf jedem Computer, mit inzwischem jedem halbwegs aktuellem, mir bekannten, Betriebssystem. Es müssen keine Lizenzen beachtet und gesichert werden, es muss kein Computer für die Nutzung aktiviert werden (wie bei iTunes), man spielt die Files ab und gut ist.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, das es auch etliche andere Angebote gibt, die ebenfalls auf ein freies Format wie Mp3 setzen. Amazon dürfte jedoch der Bekanntere aller sein.
Jetzt wollen auch die Großen mitspielen: Sony, Warner, Universal und EMI planen ein eigenes digitales Vertriebs-Format. Ursprünglich war es anscheinend auch geplant, mit Apple gemeinsam in den Kampf zu ziehen. Apple lehnte aber dankend ab. Die genauen Gründe sind bislang nicht bekannt. Allerdings fällt es nicht schwer, Vermutungen hierüber anzustellen. Apple ging letztendlich immer _seinen_ Weg. Warum also die Medaille teilen, wenn man eh als Erster durchs Ziel rannte?
Das die vier großen Global-Player nicht gerade Freunde des unbeschränkten Freihandels und des fairen Wettbewerbs sind, stellen sie auch diesmal zur Schau. Geradezu banal klingt der formelle Grund Ihres Vorhabens in der heutigen Zeit, wenn man sich diesen nur 10 Sekunden lang auf der Zunge zergehen läßt:
Heise formuliert es vorsichtig so:
Den Musikfirmen ist das Rosinenpicken in Musikdownload-Shop ein Dorn im Auge, weil die Kunden meist nur die beliebtesten Lieder und nicht die kompletten Alben kaufen.
Also, jetzt noch mal ganz genau betrachtet: die 4 Majors beklagen schon seit längerem den schwindenden Album-Verkauf. Trotz millionenschwerer Video-Clip-Produktionen langweiliger, Teenie-optimierter Songs Ihrer Superstars wie Britney Spears und Madonna spielen sie deutlich weniger Profit ein, als gedacht, geplant, erhofft, oder vorher ausgegeben. Nun soll also CMX, das neue digitale Album-Format, den Kunden zum Erwerb ganzer Alben anstatt ihrer 3-4 Lieblingssongs bewegen.
Hallo? Wenn sich Verbraucher nicht die ganze Kiste mit Kartoffeln in den Kofferraum tun, sondern lediglich 10-12 ausgewählte, ansprechende Kartoffeln aussuchen, dürfte dies wohl vielmehr in einem geringeren Bedarf als auch mit gesteigertem Qualitätsbewußtsein begründet sein. Warum soll dies bei Musik plötzlich anders sein? Anstatt der potentiellen Kundschaft ausgereifte Produkte anzubieten (bestehend aus der Musik als solcher: ein ganzes Alben voll toller Lieder), wird jetzt versucht, durch gezielte Marketingoffensiven wie Beipackzettel als HTML-Datei mit Songtexten etc. den Kauf schlechter Alben zu pushen.
Aufwachen, liebe Musikindustrie! Euer Kampf gegen moderne Technologien war schon vor 10 Jahren ober-peinlich. Jetzt wird es geradezu grotesk! Nutzt die Zeichen der Zeit, anstatt sie zu bekämpfen, oder zu umgehen. Verdient Geld mit dem, was euch andere vorgeführt haben. Nutzt Errungenschaften und Infrastruktur, deren Entwicklung und Wartung andere Unternehmen bereits vorfinanziert haben.
Ich warte ja noch auf genauere Angaben über den eigentlichen Codec – also das digitale Format hinter der CMX-Geschichte. Werden Sie Digital Rights Management einsetzen oder nicht? Normalerweise würde ich von einem strengen JA ausgehen. Irgendwie habe ich aber Hoffnung, das da doch ein einziger der tausenden von Mitarbeiter der Musik-Industrie etwas Gehirnschmalz investiert und genug Durchsetzungskraft hat.
Eines prognostiziere ich bereits jetzt: wenn DRM zum Einsatz kommt, wird die Tragweite des Konzeptes bereits jetzt überschaubar sein. Auch Apple verzichtet inzwischen auf DRM, seitdem Amazon vorgeprescht ist. Dies soll dem Markt ein Zeichen sein.
Also, liebe Plattenindustrie. Anbei mein Rat für euch, völlig kostenfrei und unpatentiert: bietet die Alben und Einzel-Songs Eurer Künstler in Online-Shops zum entgeltlichen Erwerb im MP3-Format an, kodiert mit maximalem VBR oder fix auf 320 kb/sec.
Der Erwerb eines ganzen Albums sollte etwas günstiger sein als der Erwerb aller Einzeltitel. Ist im Supermarkt schließlich auch so. Wenn ihr richtig innovativ sein wollt: bietet zusätzlich alternative Codec-Formate an, wie z.B. Ogg-Vorbis, das inzwischen auch von einigen tragbaren Playern beherrscht wird. Der finanzielle (weil zeitliche) Aufwand lässt sich in Bruchpennies pro Song ausdrücken.
Wenn ihr bereits soweit gekommen seit, dann verkauft eure Audio-CD’s auch wieder ohne Kopierschutz. Dann bekommt ihr auch wieder Kunden wie mich, die innerhalb der letzten 10 Jahre in Scharen wegrannten, weil die CD’s nicht mehr auf alternativen CD-Abspielgeräten wie Laptops, in Fahrzeugen etc. abspielbar wurden.
Dann dürfte eure lächerliche Planwirtschaft (oder besser euer Oligopol) beendet sein, ihr seit in der freien Marktwirtschaft angekommmen und müsst nur noch besser sein als die Konkurrenz. Schraubt an den richtigen Reglern und ihr werdet wieder gute Gewinne schreiben. Mein Tip (normalerweise sollte man das einem Multimillionenschweren Boss nicht sagen müssen): euer Schlüssel zum Erfolg ist der Abstand zur Konkurrenz: gemessen an der Qualität, oder aber am Preis.
PS: was diese Industrie nur an Abschreibungen einsparrt, wenn diese dämlichen Gerichtskosten gegen saugende Einzelpersonen gestoppt werden würden und man nicht mehr millionenschwere Investitionen in Kopierschutz-Mechanismen stecken würde, welche letztendlich eher kontraproduktiv sind, weil sie die zahlenden Kunden aufgrund falscher Technik aussperren, während die “kriminellen Kunden” den vermeintlichen Schutz in 5 Minuten geknackt haben…
Links:
ebenfalls nett beschrieben wurde das Thema hier.
In der Presse jagt man dem aktuellen Hype hinterher, und der eine oder andere Vertragspartner dementiert jede Inflationserwartung bei Zinsverhandlungen mit der aktuellen sog. negativen Inflation.
Bei genauerer Betrachtung fällt allerdings schnell auf, das beide Berufsgruppen nicht gerade BWL studiert bzw. studiert und auch verstanden haben.
Sicher. Bezogen auf das Vorjahr beträgt die Teuerungsrate für den Monat Juni 2009 je nach Bundesland zwischen -0.6 (BaWü) und -0.9 (Hessen) Prozent.
Allerdings hinkt der Vergleich! Im Jahr 2008 explodierten die Energiepreise wie Öl dramatisch (ca. 160 USD pro Barrel in der Spitze). Da diese Übertreibungen nun nicht zuletzt aufgrund der Finanzkrise und des Platzens der Öl-Blase abgebaut wurden, verwundert es niemanden, das – bezogen auf das super teure Jahr 2008 – die gegenwärtige Teuerungsrate von 2009 auf 2008 geringfügig negativ ist.
Ganz im Gegenteil! Die Energiepreise sanken exorbitant innerhalb der letzten 12 Monate: Öl von 160 auf 69 USD, Heizöl um 45%, Lebensmittel innerhalb Deutschlands an die 3%. Lediglich Strom und Fernwärme wurden teurer, teilweise bis zu 6%.
Wenn dann – wie aktuell von allen Seiten berichtet – die Inflationsrate im Juni 2009 gegenüber Juni 2008 zwischen -0.6 und -0.9 Prozent liegt, dann müssen wir nach wie vor von einer Inflation sprechen! Die Preissenkungen in den oben beschriebenen Assets rechtfertigen keineswegs eine so geringfügige Inflationssenkung von unter -1 Prozent. Stattdessen müsste die Teuerungsrate um mindestens 3 Prozent zurückgehen, wenn der Abbau sämtlicher Übertreibungen an den Finanzmärkten innerhalb der letzten 2 Jahre einigermassen realistisch reflektiert werden würde. Genau genommen würde man erst nach einem rechnerischeren Jahres-Inflationsrückgang von 6% aufwärts einigermassen den Null-Punkt erreichen.
Lassen Sie sich also nicht verunsichern! Diese gegenwärtige mathematisch(!) negative Inflation ist eine Fata Morgana, nicht mehr und nicht weniger.
Tags: Öl, Energiepreise, Inflation, negativ, Strom, Teuerungsrate
Zunächst einmal gibt es gute Nachrichten für deutsche Rinderzüchter. Ein neuer Absatzmarkt mit schätzungsweise 6 Millionen potentiellen Kunden wurde soeben erfolgreich und offiziell erschlossen: Libyen.
Das Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz veröffentlichte Anfang Juli stolz die entsprechende Meldung.
“Libyen öffnet seinen Markt für deutsche Rinder sowie Rindererzeugnisse”, sagte der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Dr. Gerd Müller, heute in Berlin.
Soweit sogut. Fast überschwenglich lässt sich Dr. Müller wie folgt zitieren:
Staatssekretär Dr. Müller wertete die Marktöffnung Libyens als großen Vertrauensbeweis an Deutschland, da der libysch-europäische Handel im Bereich Lebendrinder, Rindfleisch und Rindfleischerzeugnisse in den letzten Jahren im Wesentlichen ruhte. “Libyen setzt damit auf die hohe Qualität der deutschen Rinderzüchter”, so Müller abschließend.
Leider verschweigt das Amt ein emfpindliches, geradezu grausames Detail. Und auch die herkömmlichen Printmedien und TV-Sender berichten lieber tagein tagaus in 3. Woche über Michael Jackson, anstatt sich dem investigativen Journalismus zu widmen.
Aufmerksam machte mich der Kommentar des von mir seit Jahren sehr geschätzten Chefredakteurs des “Trader Dailys”, Michael Vaupel. Auf der Suche nach neuen Trades im Bereich Fleisch fand er heraus, das der Deal mit Libyen alles andere als sauber und korrekt abläuft.
Libyen bestand demnach da drauf, das die Rinder lebend geliefert werden, um sie vor Ort auf die dort übliche Art zu schächten. Sprich: ihnen bei lebendigem Leib die Kehle durchzuschneiden. Hierzu gesellen sich einige sehr unangenehme Faktoren: die Tiere werden lebend in LKW’s oder Zug-Wagons aufgereiht im Hochsommer an das Mittelmeer gekarrt. Dort werden sie via Schiff nach Libyen transportiert. Da der deutsche Tierschutz längst nicht mehr gilt, muss davon ausgegangen werden, das die Tiere in der Hitze des Mittelmeerraums nicht mehr großartig mit Wasser versorgt werden müssen.
Als wäre das nicht schon grausam genug, zuckt es mir als Steuerzahler der EU ganz gewaltig unter den Fingernägeln: Lebendrind wird von der EU subventioniert! Wir subventionieren also mit unseren Steuergeldern den Transport lebender Tiere und deren Tod via Kehle durchschneiden!
Was mir an Michael Vaupel ganz besonders gefällt, ist der Blick über den Tellerand und der lösungsorientierten Recherche für derartige Fälle. Auf Anfrage schrieb er mir folgendes über seine bisherigen Bemühungen:
Es gibt eine gemeinnützige Organisation (sehr lösungsorientiert und nicht „ideologisch“), deren Mitglieder solche Lebendtiertransporte verfolgen, Missstände dokumentieren und an die Behörden weiterleiten.
Diese Organisation mit Namen „Animals Angels“ hat als Ziel, Lebendtransporte über lange Strecken einzustellen. Sie deckt auch auf, dass viele Exporte von „Zuchtvieh“ in Wahrheit gar kein Zuchtvieh waren. Das ist nämlich der Irrsinn: Wenn Kühlfleisch transportiert würde, dann würde es eben nicht so hoch subventioniert wie der Transport LEBENDER Rinder über Tausende Kilometer.
Ich habe mich über diese Organisation informiert und sehe mit Freude, dass diese auch im Fall der Transporte nach Libyen aktiv werden möchte!
Sie finden diese Organisation im Internet unter der Adresse: www.animals-angels.de. Dort wird auf die aktuelle Problematik weiter eingegangen.
Desweiteren fand er heraus, das pro 100 Kilogramm Rindfleisch 25 Euro an Steuergeldern bezuschusst werden. Wir sollten uns alle gemeinsam dagegen wehren! Mit unseren Steuergeldern finanziert werden die Tiere über Tage mit einer halben Weltreise strapaziert, um dann geschächtet zu werden. Über den CO2-Ausstoß machte sich die deutsche Politik bereits vor 10 Jahren Gedanken. Und bei der Tierzucht fällt die Hochkultur ins Mittelalter zurück.
Neben der Unterstützung als Fördermitglied der Animals-Angels besteht weiter hin die Möglichkeit, sich direkt an Herr Dr. Müller zu wenden und die gegenwärtige Massnahme entsprechend zu kritisieren. Vielleicht bringt es etwas.
Darüber hinaus wurde bereits hier ein Protest gestartet: Albert-Schweitzer-Stiftung.
Weitere Links zum Thema finden Sie auch in den Tierschutznachrichten.
Tags: EU, Lebendtransport, Libyen, Rindfleisch, Subvention, Tierquälerei
Eins war klar: wenn die USA einen “nicht-weissen” Präsidenten bekommen, taugen sie als Feindbild nicht mehr viel.
Im Iran wird neuerdings desöfteren Deutschland als neues Feindbild herbei zitiert. So u.a. auch dann, wenn ein russischer Alkoholiker, der den Knall nicht gehört hat, und in der BRD lebt, eine Muslime vor Gericht ermordet.
Sorry Herr Achmadinedschad! So erschreckend und traurig dieser Vorfall auch ist. Aber wenn wir nicht unter jeder Burka einen Sprengstoffgürtel vermuten sollen, dann vermutet nicht auch unter jeder Lederhose einen islamophoben Nazi!
Letzte Kommentare