In nahezu jedem Teil der Welt stehen Kräne von Liebherr. Deutsche Qualität, deutsche Pünktlichkeit. All die Eigenschaften, die vom Deutschen als solchen gerne zerrissen werden und von Prinzip auf negativ belegt sind, gelten in der übrigen Welt als positive Errungenschaften.
Während Opel gerade ver-russifiziert wird, wird Porsche arabisch. Katar will 25% von Porsche kaufen. Porsche ist nicht mehr ganz jung, braucht aber das Geld.
Ich gebe jetzt mal eine vorsichtige Prognose ab (mich bitte nicht darauf festnageln): die Rendite-Erwartungen der Katarer werden nicht minimal sein. Die Verschuldung Porsches wird demzufolge um ein vielfaches des Eigenkapitals erhöht werden. Aber psst…. nicht weitersagen!
Desweiteren werde ich mich jetzt nicht wieder darüber aufregen, das der Laden hochverschuldet ist, weil er überhöhte Preise für Anteile eines Konkurrenten kaufen wollte, ohne den Deal jemals beenden zu können, weil das Geld futsch war…. Die Universitäten machen was falsch
Kaum zu glauben. Eine Wahl zu verlieren, ist die eine Sache. Eine Wahl zu verlieren und die Schuld anderen zu geben, anstatt den Fehler zunächst an der eigenen Krawatte zu finden, ist eine ganz andere Sache. Ein Herr von der SPD kann das aber toppen:
Die Oberniete des Tages, Jörn Thießen, will doch tatsächlich eine Wahlpflicht einführen. Nichtwählen soll demnach 50 Euro kosten. Der Mann ist übrigens Sektenbeauftragter der SPD. Wundert mich jetzt nicht mehr. Irgendwas Zwanghaftes möchte man da schon fast unterstellen.
Also lassen wir uns das ganze mal auf der Zunge zergehen: die SPD hat ja bereits bekannt, das ihr Wahldebakel gleichzeitig den fehlenden Teil der Wahlquote fast vollständig ausschöpft. Transferbezieher hielten demnach die Europa-Wahl für nicht sonderlich wichtig. Damit ist ein Großteil des heutigen Wählerspektrums dieser ehemaligen Arbeiter- und Angestelltenpartei identifiziert.
Und weil die Leute am Sonntag ihren Allerwertesten nicht hochbekamen, um an die Urne zu stiefeln, sollen sie jetzt mit Geldbußen bestraft werden. Andere Parteien versuchen, ihr Clientel mit greifbaren Argumenten zum Wählen zu ermuntern.
Die heutigen SPD-Mitglieder aber stellen hiermit wiederholt ihre neue Masche zur Schau: was man in 3 Sätzen nicht wegreden kann, wird verboten, und was mit 3 Sätzen nicht erreicht werden kann, wird erzwungen. Tolle Demokratie, die ihr euch da zurecht basteln wollt!
Sehr treffend ausgedrückt hat es Michael Miersch in seinem Kommentar “Freiheit bedeutet auch die Freiheit, nicht zu wählen”. Danke, Michael!
Tags: Europa-Wahl, Jörn Nießen, SPD, Wahlpflicht
Das läuft mir gerade kalt den Rücken runter. Die SPD erklärte mittels mehrerer Sprecher (Münte, Steini, der Holzmichel), das sie ihre eigentlichen Wähler nicht mobilisieren konnten, zur Wahl-Urne zu gehen. Damit erklärt diese Partei ihr historisches Wahl-Dilemma. Schüttel!
Offenbar will die SPD mit den Leuten die Macht erlangen, die es noch nicht mal 1x (bzw. 2x) im Jahr schaffen, Sonntags den Arsch hochzukriegen, um die Demokratie zu festigen und vom weltweit erkämpften Wahlrecht gebrauch zu machen. Steinmeier, ist das echt dein Ernst? Sowas will Kanzler werden?
Ist denn die SPD eine “ausschließlichbigbrotherguckendehauptschülerpartei”-Partei??
Tags: SPD, steinmeier, Wahlkampf
Es tut mir wirklich leid für die Angestellten dieses Konzerns. Aber eine weitgehend bedingungslose Rettung würde nur diejenigen schützen, die den Karren gegen die Wand fahren lassen haben. Erstens: Tafelsilber verkauft. Irgendeiner kam mal irgendwann auf die simple Idee, die Immobilien des Konzerns zu veräußern und – da man sie brauchte – zurück zu pachten.
Das ist im konkret vorliegenden Fall ungefähr so, als würde ein Mieter irgendwann seine Wohnung kaufen, damit er keine Miete mehr zahlen müsste, diese dann aber 3 Jahre später wieder verkaufen würde, weil er arbeitslos ist, um sie zu einer viel höheren Monats-Miete zurück zu mieten.
Klingelts? Okay, ich bin beruhigt. Bei Herrn Middelhoff klingeln vielleicht die Glocken – möglicherweise die Hoden – ansonsten aber nix. Ich kann mich an Zeiten erinnern, da dieser Mensch als Vorstand von Bertelsmann zur Jahrtausendwende ein recht gutes Ansehen hatte. Naja, zuerst fuhr er Bertelsmann fast gegen die Wand, dann ARCANDOR. Sowas nennt man eine grandiose Karriere.
Es hat mich fast bestürzt, zu erfahren, das er Anteile an einen Fonds hällt, der wiederum 5 wichtige KARSTADT-Kaufhäuser besitzt, wobei die Verkaufs- und Rückpachtverträge durch ihn unterschrieben wurden. Ich traue ja immer allen alles zu, aber ihm…. Naja, verbuchen wir es unter Naivität. Erstaunlicher Weise wurde der Fonds federführend von Sal Oppenheim gegründet, welche wiederum zusammen mit der früheren Eigentümerin Schickedanz 60% der Firma halten. Da beisst sich das Krockodil in den eigenen Zeh.
Die Entwicklung der Aktie brachten der Frau Schickedanz bereits 3 Milliarden Miese ein. Inoffziziell wurde ihr Vermögen mal auf 5 Milliarden geschätzt. Okay, Sal Oppenheim, kaufte der Dame weitere 30% im Oktober 2008 ab. Das war der Zeitpunkt, als die Aktie massiv abgeschmiert ist, um punktgenau 24h später mit einer charttechnischen Gegenreaktion 35% gen Norden zu schießen. Einer meiner besten Deals, die ich je getätigt habe.
Wieso aber – und das ist das, worin ich gerade keinen Sinn sehe – befürwortet Sal Oppenheim einen Deal, der die Aktie wieder auf 1 € bringt? Theorien sind jederzeit gerne willkommen!
Tags: Arcandor, Bürgschaft, Finanzkrise, Middelhoff
Ich hab mir gestern abend (selbstverständlich war dieser Haushalt vollständig an der Wahlurne) die EU-Kandidaten unserer Parteien nach dem vorläufigen Wahlergebnis im ZDF angeschaut.
Ganz große Klasse, was ihr da nach Brüssel geschickt habt! Das ist wie Pizza “Devil” essen und sich hinterher darüber zu ärgern, das das Ärscherl brennt und juckt. Inhaltlich nix druff, aber ordentlich Chili und Pfeffer beigegeben.
Wobei die Frau Silvana Koch von der FDP sowohl äußerlich als auch stimmlich (also die Stimme als solche) sehr TV-tauglich ist. Das bekannte sogar meine künftige Frau Aber wenigstens gefällt mir das Wahlergebnis einigermassen. Es scheint mir so, als wären die verantwortungsbewußten und/oder klugen Köpfe Deutschlands, die sich Ihrer Pflicht zur Aufrechterhaltung der Demokratie bewußt sind, zur Urne gegangen. Alle anderen haben Big Brother und Gerichtsshows geguckt. Das sind dann die, die SPD wählen (und nicht an die Urne gingen, wie Herr Steinmeier bei Anke Will bekannte). Gut gemacht Münte! Dein Klientel ist spitzenartig! Die Nation braucht so etwas! Weimar komme! Dein Wille geschehe (und er will noch mehr davon *schüttel*)
Beeindruckend war auch der Herr Bss B… Bsirsky? Bsisky? Bisky? Oder Whisky? Keine Ahnung. Ich meine den lamentierend-mantraisierend-schäumenden Rentner von den Linken, also den ganz doll Linken. In Deutschland darf ja inzwischen differenziert werden zwischen “etwas links” (CDU), “schon recht weit links” (SPD), “noch weiter links, mit einem Schuss Liberalismus, allerdings mit einem Knick im Blatt auf Seite 42” (Die Grünen) und “JWDHLA – janz weit draussen hinten links außen” (Die Linke).
Jedenfalls, der Herr dessen Name ich mir nie merken kann, redete ja selbst nach der Wahl (als einzigster) im Reflektionsgespräch auf ZDF immer noch von seinem Wahlprogramm: “Abrüstung statt Aufrüstung Komma irgendwas Komma nochirgendwas Komma dasselbe wie vorher” oder so ähnlich. Er raffte einfach nicht mehr, das der Wahlkampf erstmal vorbei ist, und erst 24 Stunden später erneut beginnt. Vor allem sein Mantra Thema. Vor allem:
Das ist ja soooo mega-aktuell. Kalter Krieg und so. Das einzige Land, was zur Zeit tatsächlich aufrüstet, ist Nordkorea. Und das ist dein Klassenfreund, Herr Bisky! Also erstmal vor der eigenen Haustüre kehren, dann die Klappe aufreißen! Absolut unwählbar dieser Mensch bzw. diese Partei. Setzen, Fünf!
Interessant war der Wahlzettel, gell? Inzwischen gibt es 4 Rentner-Parteien da drauf. Aber wenn sich noch nicht mal die Alten und Weisen dieses Landes auf ein Programm einigen können, was soll dann erst aus der Jugend werden? Wählen wir in 10 Jahren aus einem Pott von 42 Splitterparteien? Werden die Wahlzettel, welche an 60 Mio. Wahlberechtigte nur in Deutschland verschickt werden, bald die Holzpreise bewegen? Holzfutures, ich komme!
Das schlimmste an der Finanzkrise ist nicht die Finanzkrise als solche, sondern die Tatsache, das zumindest in Deutschland gerade Wahlkrieg Wahlkampf ist. Jetzt brüllt der Müntefering von seinem virtuellen Steuerkassenhoch ins tiefe Tal der Steuerzahler, das alle – also WIR alle – für ARCANDOR blechen müssen. Hallo? Gehts noch? Münte! Komm endlich wieder runter, nimm das jüngste Wahlergebnis als das, was es ist – ein Peitschenhieb – und verschone unser Portemonaie.
Wann hat endlich der letzte Kommunist Sozialist begriffen, das eine Kollektivierung von Misserträgen einer Kapitalgesellschaft zugunsten des kleinen Mannes und der kleinen Frau ausschließlich die “Großen” und Adeligen schützt und bestärkt, in ihrer Misswirtschaft weiter in die eigene Tasche zu wirtschaften? Der kleine Mann und die kleine Frau werden’s schon richten.
Hey! Niemand will 20.000 Angestellten den Büroteppich unter den Füßen wegziehen, und auch nicht den 5000 Post-Angestellten, die bei einer ARCANDOR-Pleite ebenfalls nach Hause gehen dürfen (wg. Wegbrechendem Post-Versand, Quelle etc.).
Dann garantiert doch bitte allen Angestellten eine vollständige Auszahlung des Lohns nach der Insolvenz für mindestens 1 Jahr (also ein 100%iges-Arbeitslosengeld), und gebt dem Laden die Chance, unter Gläubigerschutz sich selbst wieder neu herzurichten. Dann wird endlich das raffgierige Management ausgetauscht und Platz für vernünftige Führungsköpfe geschaffen!
Das ist deutlich billiger als eine 600 Mio Euro Bürgschaft, die die Substanz nicht ändern wird und den Kahn weiter strudeln lässt. ARCANDOR ist von Misswirtschaft unserer Wirtschaftselite geprägt seit seiner Anfangszeit nach dem Zusammenschluß von Karstadt und Quelle. SO ETWAS DARF NICHT GERETTET WERDEN!
Tags: Arcandor, Finanzkrise, Müntefering, SPD, Wahlkampf
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