Das sagt Holger Härter dem ehemaligen Nachrichten-Magazin, Finanzchef von Porsche, außerdem Finanzjongleur und Hobby-Hedge-Fonds-Manager. Schön, das er weiss, was andere richtig machen müssen und gerne in anderer Nachbarn Gärten umgräbt. Nicht so schön, das er vergass, wie man den eigenen Garten am besten NICHT umgräbt: Schuster, bleib bei deinen Leisten!

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08. Mai 2009

Anfangs dacht ich ja: kluges Kerlchen der Herr Porsche. Damit war aber nicht Mittelfingerzeiger Mr. Wiedeking gemeint, sondern der Finanzchef des Autobauers “Holger Härter”. Hart wie Stahl scheinen seine Nerven zu sein. Offenbar traute er seinem Arbeitgeber das frühere Kerngeschäft – schicke, schnelle Autos zu bauen – nicht mehr zu. Der Versuch, den Schlittenbauer in eine Bank bzw. einen kleinen Hedge-Fonds zu formen schlug jedenfalls kräftig fehl.

Erinnert mich an meine Kindheit: ich hatte an einem Nachmittag den Dackel der Nachbarn ausgeführt. Wir marschierten über Stock und Stein. Irgendwann kamen wir an einer Pferde-Koppel vorbei. Der klitzekleine Dackel rannte laut bellend und scheuchend los, zu dem großen Pferdchen und jagte es komplett die Böschung hinunter, bis ich beide aufgrund einer Kurve nicht mehr sehen konnte. Nach 2 Minuten kamen sie zurück. Der kleine Dackel hetzte den Berg hinauf, das große Pferd mit ordentlich PS im Hintern hinterher, wütend, erstarkt, und voll mit Rache.
Wer es jetzt noch nicht begriffen hat, möge hier an die Versinnbildlichung schonend herangeführt werden: der kleine Dackel ist Porsche. Das große Pferd Herr Piech von der Volkswagen AG.

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15. April 2009

Ich lach mich jedes Mal halbtot! Immer wieder, wenn Unternehmenssprecher oder -Eigentümer zu ihren Fehlspekulationen während der Finanzkrise befragt werden, als sie also zu einem Zeitpunkt schwindender Kurse Anteile an Konkurrenten für deutlich überteuerte Kurse erwerben wollten, sagen sie diesen halbseidenden Satz.

Hey, jeder wußte es damals! Sogar schon Monate vorher. Mir fallen persönlich aus der journalistischen Branche haufen Leute ein, die auf eine solche Krise hinwiesen. Ich selbst wies in der Verwaltung des Familienvermögens bereits damals deutlich auf bevorstehende Turbolenzen hin. Fast jeder andere in meinem Bekanntenkreis aus der Düsseldorfer Finanzwelt tat dies (mit Ausnahme der streunenden Makler [die hinterher auch immer argumentieren, es hätte ja keiner wissen können]).

Aber die Finanzelite, studierte und teilweise seidenbetuchte Leute und Manager des höheren Mittelstands Deutschlands, ehrwürdiger Adel, Menschen mit einem Jahreseinkommen oberhalb der 500 TEUR, wußten es also nicht. Erinnert mich irgendwie an Kelly Bundy und ihr nicht selten mittels Garfield erklärtes Weltbild.

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01. Februar 2009

Wenn man bedenkt, welche halbseidenen Denker unsere Wirtschaftselite bekleiden, stellt man doch keine Fragen mehr. Es ist immer wieder bemerkenswert, welche geistigen Vernebelungen in den Köpfen studierter Betriebswirte und Doktoren der Finanzwissenschaften herum vegetieren. Verstopfen 10 Jahre lang die Universtäten, um unter gewissen Umständen hinterher noch dümmer zu handeln als ein Hauptschüler.

Wer bitte kauft Galbani Santa Lucia Mozzarella für 7.89 €, wenn er selbiges Produkt bei Kaisers bzw. Tengelmann zu 0.79 € erwerben kann? Ich kenne einen bzw. eine: Frau Schaeffler.

Frau Schaeffler kaufte Continental-Aktien zu Preisen über 70 €, und weder Finanzwirt noch Fachidiot aus der entsprechenden Abteilung bei Schaeffler verspürte Kraft und Lust, die Dame davon abzuhalten, Anteile einer Firma zum über 8fachen des damaligen von Experten geschätzten Wertes von 13 € zu erwerben. Selbst als die Finanzkrise auch bei den Leuten geistig zugegen war, die allenfalls die letzte Big-Brother-Folge bewerten konnte, träumte Familie Schaeffler noch immer vom Big Deal mit Continental zu Kursen an die 100 €, schließlich per Kredit. Hallo? Jeder kleine Pimpf, der nur 1x im Jahr Aktien erwirbt, befürchtete bereits damals, das seine aktuellen Depotwerte in wenigen Wochen deutlich weniger (Buch-)Wert aufweisen würden als aktuell. Welche Macht hier die Gier über der Vernunft ausübte, mag niemand zu ermessen wagen…

Es ist doch aber beruhigend, welche nicht zu unterschätzende  volkswirtschaftliche Verantwortung hier in derartigen Händen liegt. Um es – wenn auch leicht zweckt-enlehnt – mit Heinrich Heine zu sagen: Deutschland, ein Wintermärchen.

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11. Dezember 2008

Viel Spaß auf diesen Seiten. Nehmt mich bitte nicht immer all zu wörtlich.