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	<title>terra-f.com  -  Die Welt der Finanzen &#187; DRM</title>
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	<description>Unzensiertes aus Finanzwelt und Politik</description>
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		<title>Musikindustrie versucht es jetzt mit &#8220;digital&#8221;</title>
		<link>http://www.terra-f.com/2009/08/12/musikindustrie-versucht-es-online/</link>
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		<pubDate>Wed, 12 Aug 2009 20:31:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musikindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[CMX]]></category>
		<category><![CDATA[DRM]]></category>
		<category><![CDATA[EMI]]></category>
		<category><![CDATA[MP3]]></category>
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		<description><![CDATA[Manchmal erinnern mich die großen Major-Labels wie Sony, BMG und Co. an alte, konservative, ausgediente Opas, die auf der Parkbank sitzen, Doornkat trinken und über Ihre Einsätze im 2. Weltkrieg reden. Pauschal gesagt haben sie sich seit der Entwicklung der Audio-CD um 1980 herum nicht mehr weiter entwickelt. Nachdem die Plattenfirmen den Megatrend MP3 hoffnungslos [...]]]></description>
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</script></div><p>Manchmal erinnern mich die großen Major-Labels wie Sony, BMG und Co. an alte, konservative, ausgediente Opas, die auf der Parkbank sitzen, Doornkat trinken und über Ihre Einsätze im 2. Weltkrieg reden. Pauschal gesagt haben sie sich seit der Entwicklung der Audio-CD um 1980 herum nicht mehr weiter entwickelt.</p>
<p>Nachdem die Plattenfirmen den Megatrend MP3 hoffnungslos verschlafen haben (Mp3 wurde 1982 vom Frauenhofer Institut <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/MP3#Geschichte">entwickelt</a>, 1992 standardisiert) und mittlerweile seit 10 Jahren über <a href="http://11tech.wordpress.com/2009/08/03/ny-times-musikindustrie-stirbt-schneller-als-gedacht/" target="_blank">Umsatzeinbussen</a> klagen dank Mp3 und CD-Brenner (ihrer Auffassung nach), scheinen sich erste Regungen hinsichtlich der Modernität zu zeigen: ein neues digitales Vertriebs-Format namens CMX soll entwickelt werden. Sie lernen einfach nicht dazu. Ob damit das große Musikindustrie-Sterben ein Ende hat?</p>
<p>Apple machte es mit iTunes vor, das man auch mit Musik Geld verdienen kann, ohne den Käufern gleich ein ganzes Album in gepresster CD-Form auf die Ohren zu drücken, indem den Kunden eine freie Auswahl aller Stücke eines Albums zum Download gegen Entgeld zur Verfügung gestellt wird. Da die Songs allerdings nicht auf jedem Rechner abspielbar waren, sondern aufgrund des Einsatzes von Digitalem Rechte-Management (kurz: DRM) nur begrenzt auf zusätzlich angeschafften PC&#8217;s bzw. Notebooks eingesetzt werden konnten, und zudem eine spezielle Software benötigt wird, die nicht für alle Betriebssysteme zur Verfügung steht, konnten anfangs nicht die Traumumsätze erzielt werden.</p>
<p>Dennoch wehrten sich die Plattenfirmen mit Händen und Füßen gegen die Praktik Apples, obwohl sie pro Download ebenfalls an den Titeln mitverdienten.</p>
<p>Amazon zeigte es dann allen schließlich richtig: Alben und Singles wurden bzw. werden immer noch eifrig digitalisiert und rein als MP3-Datei ganz ohne Digital Rights Management dem Kunden angeboten. Das kundenfreundliche daran ist: auch dann, wenn der Windows-PC neu installiert wird (schließlich ist Langlebigkeit bekanntermassen nicht gerade der Schwerpunkt von Microsoft Windows), können die vor Jahren erworbenen MP3-Dateien abgespielt werden. Und zwar auf jedem Mp3-Player, auf jedem Computer, mit inzwischem jedem halbwegs aktuellem, mir bekannten, Betriebssystem. Es müssen keine Lizenzen beachtet und gesichert werden, es muss kein Computer für die Nutzung aktiviert werden (wie bei iTunes), man spielt die Files ab und gut ist.</p>
<p>Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, das es auch etliche andere Angebote gibt, die ebenfalls auf ein freies Format wie Mp3 setzen. Amazon dürfte jedoch der Bekanntere aller sein.</p>
<p>Jetzt wollen auch die Großen mitspielen: Sony, Warner, Universal und EMI planen ein eigenes digitales Vertriebs-Format. Ursprünglich war es anscheinend auch geplant, mit Apple gemeinsam in den Kampf zu ziehen. Apple lehnte aber dankend ab. Die genauen Gründe sind bislang nicht bekannt. Allerdings fällt es nicht schwer, Vermutungen hierüber anzustellen. Apple ging letztendlich immer _seinen_ Weg. Warum also die Medaille teilen, wenn man eh als Erster durchs Ziel rannte?</p>
<p>Das die vier großen Global-Player nicht gerade Freunde des unbeschränkten Freihandels und des fairen Wettbewerbs sind, stellen sie auch diesmal zur Schau. Geradezu banal klingt der formelle Grund Ihres Vorhabens in der heutigen Zeit, wenn man sich diesen nur 10 Sekunden lang auf der Zunge zergehen läßt:</p>
<p>Heise <a href="http://www.heise.de/newsticker/Musikindustrie-entwickelt-eigenes-Albumdownload-Format--/meldung/143330" target="_blank">formuliert es vorsichtig so</a>:</p>
<blockquote><p>Den Musikfirmen ist das Rosinenpicken in Musikdownload-Shop ein Dorn im Auge, weil die Kunden meist nur die beliebtesten Lieder und nicht die kompletten Alben kaufen.</p></blockquote>
<p>Also, jetzt noch mal ganz genau betrachtet: die 4 Majors beklagen schon seit längerem den schwindenden Album-Verkauf. Trotz millionenschwerer Video-Clip-Produktionen langweiliger, Teenie-optimierter Songs Ihrer Superstars wie Britney Spears und Madonna spielen sie deutlich weniger Profit ein, als gedacht, geplant, erhofft, oder vorher ausgegeben. Nun soll also CMX, das neue digitale Album-Format, den Kunden zum Erwerb ganzer Alben anstatt ihrer 3-4 Lieblingssongs bewegen.</p>
<p>Hallo? Wenn sich Verbraucher nicht die ganze Kiste mit Kartoffeln in den Kofferraum tun, sondern lediglich 10-12 ausgewählte, ansprechende Kartoffeln aussuchen, dürfte dies wohl vielmehr in einem geringeren Bedarf als auch mit gesteigertem Qualitätsbewußtsein begründet sein. Warum soll dies bei Musik plötzlich anders sein? Anstatt der potentiellen Kundschaft ausgereifte Produkte anzubieten (bestehend aus der Musik als solcher: ein ganzes Alben voll toller Lieder), wird jetzt versucht, durch gezielte Marketingoffensiven wie Beipackzettel als HTML-Datei mit Songtexten etc. den Kauf schlechter Alben zu pushen.</p>
<p>Aufwachen, liebe Musikindustrie! Euer Kampf gegen moderne Technologien war schon vor 10 Jahren ober-peinlich. Jetzt wird es geradezu grotesk! Nutzt die Zeichen der Zeit, anstatt sie zu bekämpfen, oder zu umgehen. Verdient Geld mit dem, was euch andere vorgeführt haben. Nutzt Errungenschaften und Infrastruktur, deren Entwicklung und Wartung andere Unternehmen bereits vorfinanziert haben.</p>
<p>Ich warte ja noch auf genauere Angaben über den eigentlichen Codec &#8211; also das digitale Format hinter der CMX-Geschichte. Werden Sie Digital Rights Management einsetzen oder nicht? Normalerweise würde ich von einem strengen JA ausgehen. Irgendwie habe ich aber Hoffnung, das da doch ein einziger der tausenden von Mitarbeiter der Musik-Industrie etwas Gehirnschmalz investiert und genug Durchsetzungskraft hat.</p>
<p>Eines prognostiziere ich bereits jetzt: wenn DRM zum Einsatz kommt, wird die Tragweite des Konzeptes bereits jetzt überschaubar sein. Auch Apple verzichtet inzwischen auf DRM, seitdem Amazon vorgeprescht ist. Dies soll dem Markt ein Zeichen sein.</p>
<p>Also, liebe Plattenindustrie. Anbei mein Rat für euch, völlig kostenfrei und unpatentiert:  bietet die Alben und Einzel-Songs Eurer Künstler in Online-Shops zum entgeltlichen Erwerb im MP3-Format an, kodiert mit maximalem VBR oder fix auf 320 kb/sec.<br />
Der Erwerb eines ganzen Albums sollte etwas günstiger sein als der Erwerb aller Einzeltitel. Ist im Supermarkt schließlich auch so. Wenn ihr richtig innovativ sein wollt: bietet zusätzlich alternative Codec-Formate an, wie z.B. Ogg-Vorbis, das inzwischen auch von einigen tragbaren Playern beherrscht wird. Der finanzielle (weil zeitliche) Aufwand lässt sich in Bruchpennies pro Song ausdrücken.<br />
Wenn ihr bereits soweit gekommen seit, dann verkauft eure Audio-CD&#8217;s auch wieder ohne Kopierschutz. Dann bekommt ihr auch wieder Kunden wie mich, die innerhalb der letzten 10 Jahre in Scharen wegrannten, weil die CD&#8217;s nicht mehr auf alternativen CD-Abspielgeräten wie Laptops, in Fahrzeugen etc. abspielbar wurden.</p>
<p>Dann dürfte eure lächerliche Planwirtschaft (oder besser euer Oligopol) beendet sein, ihr seit in der freien Marktwirtschaft angekommmen und müsst nur noch besser sein als die Konkurrenz. Schraubt an den richtigen Reglern und ihr werdet wieder gute Gewinne schreiben. Mein Tip (normalerweise sollte man das einem Multimillionenschweren Boss nicht sagen müssen): euer Schlüssel zum Erfolg ist der Abstand zur Konkurrenz: gemessen an der Qualität, oder aber am Preis.</p>
<p>PS: was diese Industrie nur an Abschreibungen einsparrt, wenn diese dämlichen Gerichtskosten gegen saugende Einzelpersonen gestoppt werden würden und man nicht mehr millionenschwere Investitionen in Kopierschutz-Mechanismen stecken würde, welche letztendlich eher kontraproduktiv sind, weil sie die zahlenden Kunden aufgrund falscher Technik aussperren, während die &#8220;kriminellen Kunden&#8221; den vermeintlichen Schutz in 5 Minuten geknackt haben&#8230;</p>
<p><em>Links:</em></p>
<p>ebenfalls nett beschrieben wurde das Thema <a href="http://11tech.wordpress.com/2009/08/12/sterbende-musikindustrie-nennt-neues-album-format-cmx-update/" target="_blank">hier</a>.</p>
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